Swipen vs. Club: Die Online-Liebe von Natalie und Marcel aus Lübeck

Dating Ratgeber
Swipen vs. Club: Die Online-Liebe von Natalie und Marcel aus Lübeck

Lübeck. Die Wände ihrer Dreizimmerwohnung in Lübeck-Moisling sind mit großformatigen Bildern bedeckt. Sie halten Händchen auf einer Bank. Sie küssen sich. Sie geben sich das Ja-Wort.

Natalie und Marcel Kirschke sind seit vier Jahren glücklich zusammen und zeigen es. Natalie zieht hochschwanger zur Couch im Wohnzimmer. Die Federwiege steht bereits am Fenster. In gut drei Wochen erwarten sie ihr erstes Baby. Sie ist Busfahrerin, er Mechatroniker. Beide 24 Jahre alt. Sie haben sich über das Portal Lovoo kennengelernt.

Lovoo: Das Kennenlernen im digitalen Zeitalter

Im Jahr 2021 trafen sich Natalie und Marcel beim Swipen im Netz zum ersten Mal – so nennt sich das “Wischen” von Fotos mit dem Finger. In Dating-Apps werden den Nutzern verschiedene Bilder von potenziell passenden Partnern vorgeschlagen. Wer nicht passt, wird weggewischt. Wer interessant aussieht, wird angeschrieben.

“Bei Marcel hat es ziemlich schnell Klick gemacht”, sagt Natalie. “Auch wenn ich anfangs ziemlich schüchtern war.” Sie war schon länger auf der Suche nach Flirts über die App. Marcel, der damals noch in Groß Schenkenberg im Kreis Stormarn lebte, wo es “nicht viel los war”, hatte die App zum ersten Mal ausprobiert. “Und es hat sofort geklappt.” 2022 zogen sie zusammen, 2024 haben sie geheiratet.

Wie die Corona-Pandemie das Dating-Verhalten verändert hat

Die moderne Partnersuche hat immer weniger mit Bars und Diskotheken zu tun, in denen Singles abends aufeinandertreffen. Immer häufiger findet sie auf einem gemütlichen Sofa statt – mit einer Schale Chips auf dem Tisch und einem Handy vor dem Gesicht. Jedenfalls für die Generation von Natalie und Marcel. 2021 stand die Welt wegen Corona still. Treffen waren nicht erlaubt, Ausgehen war nicht möglich. Wer damals jung war, musste das Beste daraus machen.

Dating-Apps waren für Menschen wie Natalie und Marcel damals Unterhaltung und Rettung zugleich – in einem Alter, in dem soziale Kontakte alles sind. Als es zum ersten richtigen Date mit Marcel kam, sind sie stundenlang in der Gegend mit dem Auto herumgefahren, erzählt Natalie. “Es gab ja keinen anderen Ort,” erzählt sie.

Dating-Apps wie Tinder, Lovoo oder Bumble stehen für eine neue Art, Beziehungen zu suchen. Die Pandemie hat diesen Wandel nicht allein hervorgebracht, aber unterstützt.

In Deutschland nutzen etwa die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen und 38 Prozent der 35- bis 44-Jährigen Dating-Apps. Bei den über 55-Jährigen sind es 15 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, über Online-Dating innerhalb eines Jahres einen Partner zu finden, variiert je nach Studie zwischen zwei und 13 Prozent.

Partnersuche: Lieber zu Hause als im Club

Die digitale Partnersuche hat Vor- und Nachteile. “Der Zugang zu anderen Menschen ist schneller”, sagt Natalie. Das Angebot und die Trefferquote sind viel größer als beim Ausgehen, und die Hürden, jemanden anzusprechen, sind viel niedriger.

“Und für Leute wie mich, die Menschenmengen nicht mögen, ist das auch viel besser”, erklärt Marcel. Clubs und Diskotheken meidet er. Und selbst wenn er Single wäre, würde er heute nicht ausgehen – auch aus einem anderen Grund: “Feiern ist mittlerweile viel zu teuer.” Hätte er Natalie nicht, würde er wieder swipen statt ausgehen.

Vom Club zur Couch: ein Generationswechsel

Die Generation von Natalie und Marcel hat gelernt, sich ohne Feierei zu arrangieren. “Unser ganzer Freundeskreis ist so,” sagt Natalie. “Unsere Wochenenden verbringen wir lieber mit Spieleabenden oder gemütlich auf der Couch.”

Sie kochen, sie spielen, sie surfen im Internet. Nur ausgehen tun sie nicht, heute vor allem aus Kostengründen – was die Diskotheken im ganzen Land seit Ende der Pandemie schmerzlich spüren, wenn sie noch existieren.

Dass das ständige Online-Sein isoliert, die Partnersuche nicht immer erfolgreich sein muss und das Überangebot auch Stress und Reizüberflutung für viele Nutzer von Dating-Apps bedeutet, wissen Natalie und Marcel. “Wir hatten einfach großes Glück.”

Die Dating-App haben sie schon lange gelöscht.

Die Rückkehr zu echten Begegnungen

Ob das Swipen weiterhin beliebt bleibt, wird sich zeigen. Inzwischen deutet sich ein neuer Trend an: Jüngere Menschen setzen wieder mehr auf “echte Begegnungen” – auch, weil ihre Zahlungsbereitschaft für Dating-Apps sinkt. Die Rede ist sogar von “Online-Dating-Burnout”, vor dem zum Beispiel die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) nach einer von ihr in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage warnt.

In den USA werden schon große Event-Reihen unter dem Motto “wemetirl” (“Wir trafen uns im realen Leben”) für Menschen zwischen 25 und 35 Jahren gefeiert – ein hipper Titel und schon wird etwas völlig Selbstverständliches zum letzten Schrei.

Für die Kirschkes spielt all das jedoch keine Rolle mehr. Sie haben sich gefunden und sind bald zu dritt. Die Krankenhaustasche ist schon gepackt.

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