Netflix behauptet in “Nobody Wants This” zwar das Gegenteil, jedoch hat die Serie mit Kristen Bell und dem “OC California”-Star Adam Brody im letzten Jahr Romcom-Erfolge gefeiert. Mit über 26 Millionen Views in den ersten elf Tagen weltweit beweist sie, dass die Kombination aus klassischer Romcom und modernen Themen erfolgreich ist.
Die Geschichte über eine Podcasterin und einen Rabbi hat nicht nur unterhalten, sondern auch eigene Dating-Fehltritte schonungslos gespiegelt.
Liebe, Glaube, Chaos: Der besondere Reiz von “Nobody Wants This”
“Nobody Wants This” startet wie eine klassische Romcom: Zwei Menschen treffen sich auf einer Party, es sprühen Funken und das Chaos ist vorprogrammiert. Joanne, die Podcasterin, spricht über Sex, Dating und alles dazwischen ohne Tabus. Noah, der Rabbi, ist zwischen Tradition und Moderne hin- und hergerissen.
Die Serie mit zehn halbstündigen Folgen thematisiert leichtfüßig die komplexen Fragen des Datings. Was bedeutet Nähe, wenn sich zwei so unterschiedliche Menschen verlieben? Was passiert, wenn Kultur, Glaube und Familie nicht übereinstimmen?
Wenn Netflix-Streaming zum Spiegel des eigenen Liebeslebens wird
Als ich die Serie das erste Mal auf Netflix sah, war ich in einer Beziehung. Ich habe gelacht, mitgefiebert und die Chemie zwischen Bell und Brody genossen. Alles aus sicherer Distanz betrachtet. Für mich war “Nobody Wants This” vor allem eine charmante Netflix-Romcom. Warmherzig, witzig und gut gespielt. Spaß hatte ich, doch blieb ich Zuschauerin, nicht Beteiligte. Mit dem Start der zweiten Staffel am 23. Oktober sah ich die Serie erneut. Diesmal als Single und mit einem anderen Blickwinkel. Besonders in Folge 6, “The Ick”, hat mich die Serie überrascht.
Joanne entdeckt bei Noah eine Kleinigkeit – eine winzige Marotte, zunächst bedeutungslos. Doch dann ändert sich die Wahrnehmung. Aus Anziehung wird Abneigung. Kein Drama, kein Verrat, nur ein winziges Detail, das sie nicht mehr ignorieren kann.
Beim ersten Mal fand ich es amüsant. Als Single auf dem Dating-Markt fühlte ich mich sofort wiedererkannt und ertappt. Mein letztes Date, bei dem das laute Klirren der Gabel an seinen Zähnen den ganzen Abend verdarb, kam mir wieder in den Sinn.
Genau hier liegt die Stärke von “Nobody Wants This”: Die Serie zeigt nicht nur die großen Herausforderungen wie Glaube, Familie und Öffentlichkeit, sondern auch die kleinen, banalen Stolpersteine, die jeder kennt. Man lacht über Joanne, aber auch über sich selbst. Der “Ick”-Moment ist ehrlich, schmerzhaft und absurd zugleich. Die Serie begeistert viele, da sie uns dazu zwingt, in unseren eigenen Dating-Spiegel zu schauen. Netflix behauptet zwar, dass niemand das möchte. Aber ob vergeben oder Single: Ich will es. Und anscheinend auch über 26 Millionen andere.
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