Bei „Das perfekte Dinner“ dreht sich normalerweise alles um Essen. Ein Kandidat bringt jedoch auch sein Liebesleben zur Sprache.
Stefan (56) hat bereits einiges in seinem Leben durchgemacht. Als alleinerziehender Vater begleitete er nach der Trennung seine drei Kinder bis ins Erwachsenenalter. Als junger Mann übernahm er die Firma seines Vaters, die Lacke und Farben herstellte. Vor zwei Jahren wurde sein berufliches Standbein zu einem persönlichen Drama: Die Firma brannte bis auf die Grundmauern nieder. „Ein Funke und Lösungsmittel – das verträgt sich nicht“, erklärt Stefan den Grund. Der mühsame Wiederaufbau liegt ihm „heute noch schwer im Magen.“ Die Teilnahme am „Das perfekte Dinner“ ist für ihn eine Art Therapie: „Ich bin eigentlich ein Genussmensch und liebe die schönen Dinge im Leben. Es ist jetzt wieder an der Zeit dafür.“
Das perfekte Dinner – Tag 2 in Freiburg – Der Gourmet und Koch-Fan Stefan (56) hat schon 47 Kochkurse besucht. © RTL
Vorspeise: Rote Bete / Ricotta / Lachs
Hauptspeise: Kalb / Karotte / Mais / Sous vide / püriert / geschmort / gewürfelt
Nachspeise: Grieß / Birne / Safran
Da Stefan auch beim Genießen nichts dem Zufall überlässt, hat er sich mehrfach weitergebildet. Auf die Frage von Auftakt-Gastgeberin Annika (31), ob jemand aus der Runde schon einmal einen Kochkurs gemacht hat, gerät er ins Schwärmen: „Ja, hier und da vielleicht einen oder zwei.“ Dann gibt er die Wahrheit preis: In insgesamt 47 Kochkursen, von der Volkshochschule bis zum Sushi-Kurs auf einer Kreuzfahrt, hat er sein Lieblingshobby vertieft.
„Schade, dass er den Lachs nicht selbst geräuchert hat.“
Da er nun Gast beim „Das perfekte Dinner“ ist, nutzt Stefan die Gelegenheit: „Es wäre schön, auch mal wieder mit einer Partnerin zu kochen. Sie sollte unternehmungslustig sein und auf jeden Fall ein Genussmensch. Kochen muss sie nicht können – das kann ich ja bereits.“
Er sagt es und beweist es mit seinem Menü auf beeindruckend perfektionistische Weise. In seiner Designer-Küche mit allen Raffinessen entstehen hausgemachte Rote-Bete-Ravioli mit Grapefruit-Beurre Blanc und einer „Lachsrose“ aus Fisch von den Färöer Inseln. „Er hat sich mit Teig und Aufwand viel Mühe gegeben“, lobt Annika. Andreas (43) findet jedoch etwas zu bemängeln: „Schade, dass er den Lachs nicht selbst geräuchert hat.“
Das perfekte Dinner – Tag 2 in Freiburg – „Sehr professionell“: Annika und Andreas (Mitte) würdigen Stefans Vorspeise. © RTL
Im Hauptgang liegt das sous-vide-gegarte Kalb auf einem Bett von Karottenpüree. Die Polenta für den benachbarten Würfel wurde in Karottensaft gegart, und ein Rest davon als „Karottenlack“ für dekorative Zwecke genutzt. „Toll, denn eigentlich ist Polenta gar nicht so einfach“, äußert sich Katja (44) halb lobend. Mit dem Dessert ist sie jedoch überhaupt nicht zufrieden und betrachtet sich selbst als Maß aller Dinge: „Das war nicht gut. Ich bin einfach kein Dessert-Typ.“ Andreas und Max (30) bemängeln etwas differenzierter die „breiige“ Konsistenz der Grießflammerie zur Birne (Katja: „Einfach nur eine Birne“) im Safransud.
Selbst 47 Kochkurse reichen nur für 31 Punkte. „Stefan wollte alles zeigen, was er je gelernt hat. Es fehlte jedoch der rote Faden“, fasst Max zusammen. Aber was er auf jeden Fall gelernt haben wird: Es ist wieder Zeit für Schönes. (Dieser Artikel wurde in Zusammenarbeit mit teleschau erstellt.)
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