Dating in der Gen Z: Geld hat einen höheren Stellenwert als Liebe. Eine neue Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Gen Z finanzielle Stabilität über romantische Beziehungen stellt.
Milwaukee/USA – Bei jüngeren Paaren hat Geld eine höhere Bedeutung als romantische Liebe. Dies ist das ernüchternde Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Versicherungskonzerns Northwestern Mutual. In der Studie ‘Planning & Progress’ wurden 2700 Personen zu Geld und seinem Einfluss auf ihr Leben befragt.
Fast die Hälfte (49 Prozent) der Generation Z betrachtet finanzielle Sicherheit in einer Beziehung als wichtiger als Kompatibilität.
Aber nicht nur das: Fast ein Drittel (32 Prozent) der Gen Z, junge Erwachsene, die zwischen 1996 und 2009 geboren wurden, sind der Ansicht, dass das Thema Geld bereits vor einer ernsthaften Beziehung angesprochen werden sollte. Bei den Millennials ist dieser Anteil sogar noch höher (40 Prozent). Mehr als 7 von 10 US-Amerikanern (72 Prozent) aller Altersgruppen sind der Meinung, dass diese Diskussion ‘lange vor der Ehe oder dem Zusammenleben’ stattfinden sollte.
Generationen ABC: Wer gehört eigentlich wohin? Generation Alpha (ab 2010): Die Generation Alpha folgt auf die Gen Z und wächst als erste komplett mit den Technologien des 21. Jahrhunderts auf. Sie sind noch stärker digital geprägt und ihre Lebensweise wird durch fortschreitende Digitalisierung, politische Instabilität und demografischen Wandel beeinflusst. Generation Z oder Zoomer (1997-2009): Die Gen Z, auch als ‘Zoomer’ bekannt, sind mit Internet und mobilen Geräten aufgewachsen und echte Digital Natives. Als Individualisten konzentrieren sie sich auf persönliche Ziele, nutzen soziale Netzwerke ohne Rücksicht auf Privatsphäre und maximieren ihre Erlebnisse. Wissen wird situativ über das Internet abgerufen. Generation Y / Millennials (1981-1996): Die Millennials haben Unsicherheit durch Ereignisse wie 9/11 und Jugendarbeitslosigkeit erlebt. Als ‘Generation Why’ betonen sie Freude an der Arbeit, Selbstverwirklichung und Freizeit über Status. Viele von ihnen, die H.E.N.R.Y.‘s (= High Earners, Not Rich Yet), verdienen gut, sind aber noch nicht wohlhabend. Generation X (1965-1980): Die Generation X wurde durch technologischen Fortschritt, Umweltschutz, Wirtschaftskrisen und steigende Arbeitslosigkeit geprägt. Arbeit ist ihr zentraler Lebensinhalt, sie betonen alternative Lebensentwürfe und Work-Life-Balance, erleben jedoch Orientierungslosigkeit. Generation (Baby-) Boomer (1945-1964): Die Baby-Boomer erlebten wirtschaftlichen Aufschwung, hohe Geburtenraten und wenige Krisen. Geprägt durch Konkurrenzverhalten betonen sie Aufmerksamkeit und Individualität, fallen in die Zeit der Friedens- und Umweltbewegung.
Geld und Liebe: Generationen im Vergleich
Die Studie von Northwestern Mutual zeigt auch, dass jüngere Paare im Vergleich zu älteren Paaren vermehrt Schwierigkeiten haben, finanziell gleichgestellt zu sein, was ihre Beziehungen stark beeinflussen kann. Die sogenannten Boomers geben fast 20 Prozentpunkte häufiger als die Gen Z an, dass sie bei der Finanzverwaltung mit ihren Partnern auf einer Augenhöhe sind (85 Prozent vs. 67 Prozent). Bei den Millennials gaben 77 Prozent an, dass Finanzen ein wichtiges Thema in ihrer Beziehung sind.
Paare der Gen Z geben zu 34 Prozent an, dass Finanzen eine große Herausforderung und das schwierigste Thema in ihrer Beziehung sind. Bei den Boomers sind es nur 17 Prozent. Besonders groß war die Zustimmung zu diesem Punkt bei den Millennials mit 42 Prozent.
Pandemie und andere Krisen: Ursachen für das Dating-Burn-Out der Gen Z
Die Umfrage des Kredit-Online-Portals Lendingtree aus dem September 2022 zeigt, dass die ängstliche Gen Z Geld vor wahrer Liebe stellt, auch aufgrund der aktuellen Inflation nach der globalen Corona-Pandemie. Die Umfrage, an der 1.578 Nutzer teilnahmen, deutet darauf hin, dass Verabredungen einfacher wären, wenn mehr Geld vorhanden wäre. Fast jeder Fünfte gibt an, wegen der Inflation weniger Verabredungen zu haben.
Mehrheitlich (77 Prozent) glauben die Befragten, dass die Partnersuche einfacher wäre, wenn sie finanziell besser gestellt wären, wobei Männer (83 Prozent) dies häufiger betonen als Frauen (73 Prozent). Dennoch sind 32 Prozent bereit, zu einem Date zu gehen, selbst wenn sie es sich nicht leisten können, wobei Männer (36 Prozent) hierbei häufiger zustimmen als Frauen (30 Prozent).
Dating in der Gen Z: Krisenbedingte Verdrossenheit
Geldmangel aufgrund der Inflation beeinflusst 19 Prozent der Befragten, die angeben, weniger Dates zu haben. Weitere 14 Prozent versuchen, bei Verabredungen weniger Geld auszugeben. Insgesamt gaben 22 Prozent der Millennials (26-41 Jahre) und 19 Prozent der Gen Z (18-25 Jahre) an, sich verschuldet zu haben, weil sie Geld für ein Date ausgegeben haben.
Generation Beziehungsunfähig: Tötet die Inflation die Romantik?
Unabhängig von der aktuellen Partnerschaftsphase denken 54 Prozent der Männer, dass sie beim ersten Date bezahlen sollten, während 26 Prozent der Frauen für eine Kostenteilung plädieren. Die Gen Z bevorzugt, dass entweder die einladende Person (34 Prozent) zahlt oder die Kosten geteilt werden (32 Prozent). Millennials (22 Prozent) neigen eher dazu, sich aufgrund von Ausgaben bei Dates zu verschulden. Etwa 6 Prozent der Amerikaner wurde bereits die Karte bei einem ersten Date abgelehnt, wobei Personen mit einem jährlichen Einkommen von 75.000 bis 99.999 Dollar und Sechsstellige die höchste Wahrscheinlichkeit haben, dennoch ein zweites Date zu bekommen (jeweils 6 Prozent).
Matt Schulz, Chief Credit Analyst bei Lendingtree, erklärte in einem Interview mit CNBC: ‘Alles wird teurer. Nicht nur die neuen Kleider, Rosen, Mitfahrgelegenheiten, schicke Abendessen, Konzerte oder der Kaffee nach der Show – alles.’ Schulz fügte hinzu: ‘Die zusätzlichen Kosten für all diese Dinge mögen einzeln betrachtet nicht viel sein, aber zusammengenommen können sie sich zu einer großen Belastung summieren.’
Gen Z im TikTok-Wahn: ‘Ich sammle Männer wie Pokémon’s’
Ein kürzlich veröffentlichtes TikTok-Video der Gen-Z-Influencerin Suki Tegan sorgte für Aufsehen. Sie sammelt ‘Männer wie Pokémon’s’ und teilt ihrer Community, bestehend aus etwa 155.000 Followern, mit, dass Dates eher ‘für Geld als für Liebe’ sind.
Ein Nutzer kommentierte unter dem Video: ‘Als Mann macht mich dieses Video irgendwie traurig’, woraufhin Evil Suki antwortete: ‘Wie man sich bettet, so liegt man’ und dass es ‘einfach eine unausgesprochene Vereinbarung ist, dass du hübsch bist und er reich ist.’ (ls)
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