‘Mosting’ ist wohl eines der schlimmsten Dinge, die bei der Partnersuche passieren können. Wir erläutern, was sich hinter diesem Verhalten in neuen Beziehungen verbirgt.
Das Dating im 21. Jahrhundert hat seine Eigenheiten. Viele Menschen lernen sich heutzutage über Dating-Apps wie Tinder oder Bumble kennen. Doch diese digitale Interaktion kann schnell oberflächlich werden – und auf Dating-Apps wird oft besonderer Wert auf die Größe gelegt. Es ist bekannt, dass größere Männer als attraktiv angesehen werden – auf Dating-Apps nimmt der Größen-Hype jedoch eine neue Dimension an. Ähnlich wie beim Phänomen ‘Ghosting’. Es ist digital einfach, jemanden einfach zu ignorieren und sich nicht zu melden.
Ziemlich gemein eigentlich. Fast so schlimm wie der toxische Trend des ‘Neggings’, bei dem Beleidigungen als Komplimente getarnt werden. Die Person, die ‘geghostet’ wird, weiß oft nicht, was los ist. Im schlimmsten Fall denkt sie vielleicht, dass der Person etwas passiert ist, weil der Kontakt abrupt abgebrochen wurde. Noch schlimmer ist es jedoch beim Dating-Trend ‘Mosting’.
‘Mosting’ ist eine Extremform von ‘Ghosting’. ‘Ghosting’ im Job kann bedeuten, dass Personal keine Antwort erhält. ‘Mosting’ hingegen kann das Leben einer Person komplett auf den Kopf stellen. Denn ‘Mosting’ (‘most’ = am meisten) ist die Extremform von ‘Ghosting’. Eine Person hört einfach auf zu antworten, obwohl sie zuvor ‘all in’ gegangen ist und ihre unendliche Liebe bekundet hat.
Die Journalistin Tracy Moore beschreibt das Phänomen für das Magazin Medium. Sie sagt: ‘Mosting ist, wenn eine Person vorgibt, völlig in dich verliebt zu sein, obwohl das nicht der Fall ist. In vielerlei Hinsicht das schlimmste Liebesverbrechen. Viele können charmant sein, um jemanden ins Bett zu bekommen, aber es erfordert eine hinterhältige Art, jemandem die unendliche Liebe zu gestehen und dabei zu lügen.’
Rücksichtsloses Verhalten: Männer neigen in Beziehungen eher dazu. Beziehungen mit Narzissten können genauso problematisch sein wie ‘Mosting’. Die systemische Therapeutin Britta Papay warnt davor, dass eine Person, die bei ersten Dates und Treffen gleich von früheren Beziehungsproblemen spricht, ein Warnzeichen ist. ‘Finger weg’, sagt sie. Häufig sind es dieselben Menschen, die immer wieder auf toxische, ungesunde und manipulative Partner stoßen. Es ist wichtig, sich zu fragen, warum man sich zu solchen Menschen hingezogen fühlt und welche Erfahrungen dies beeinflussen könnten.
Im Netz berichten vor allem Frauen, dass sie ‘gemostet’ wurden. Dieses Verhalten könnte mit der Neigung von Männern in Beziehungen zusammenhängen. ‘Tendenziell sind Männer weniger empathisch. Sie zeigen eine geringere Anpassungsfähigkeit und sind egozentrischer’, sagt der Psychologe Philip Barclay-Steuart. Die gute Nachricht ist, dass Empathie trainiert werden kann. ‘Jüngere Generationen von Männern sind viel aufmerksamer und bewusster’, fügt der Psychologe hinzu.
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