ChatGPT als Unterstützung bei der Partnersuche
Von: Michael Ruffert
Das Erstellen von Profilen auf Datingplattformen, das Geben von Beziehungstipps und das Analysieren von Nachrichten potenzieller neuer Partner: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Künstliche Intelligenz im Bereich Partnersuche einzusetzen. Experten sind jedoch skeptisch.
Christoph Wagner (Name geändert) ist Informatiker und Technikliebhaber: Er arbeitet täglich mit Daten, Computern und Programmen. Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist längst Teil seines beruflichen Alltags. Der 59-jährige Leverkusener nutzt KI auch privat, nicht nur zur Wissensgenerierung, sondern auch als Hilfe bei persönlichen Problemen. Als seine letzte Fernbeziehung schwierig wurde, wandte er sich in schlaflosen Nächten an ChatGPT: “Die KI war immer für mich da”, sagt er. Sie spiegelte seine widersprüchlichen Gefühle wider: “Die KI war mein stiller Reflexionspartner”.
Nach der Trennung und Rückkehr ins Single-Dasein nutzte er ChatGPT auch bei der Partnersuche: Die KI analysierte Nachrichten von potenziellen Partnerinnen, bewertete Gesichtsausdrücke auf Selfies nach einem Date und diskutierte über den Verlauf von Treffen. “Sie stellt Fragen, lässt mich über Argumente nachdenken und hilft mir, meine Beweggründe ehrlich zu betrachten”, beschreibt der IT-Experte den Austausch mit der Künstlichen Intelligenz. Bei Nachrichten und eigenen Texten lässt er sich gerne von der KI beraten, stimmt Sätze und Formulierungen ab – um in der Partnersuche alles richtig zu machen.
Paarberater sind skeptisch
Paarberater sind bisher offenbar selten mit dem Einsatz von KI bei Beziehungsproblemen und Partnersuche konfrontiert. Sie stehen dem skeptisch gegenüber und verweisen auf potenzielle negative Aspekte. Es besteht die Gefahr, dass Stereotypen bei der Profilerstellung auf Datingplattformen genutzt werden, was schnell auffallen kann. Es gibt Überlegungen, Chatbots mit Kenntnissen aus der Paarberatung zu programmieren, um erste Hilfestellungen zu bieten.
Experten warnen davor, Chatbots als persönliche Lebensberater zu nutzen, da sie dazu neigen, den Fragenden zu schmeicheln und Recht zu geben. Die menschliche Intuition sei in Beziehungsfragen oft überlegen.
Bei Anfragen an ChatGPT oder Copilot zur Hilfe bei der Partnersuche werden umfassende Antworten angeboten, die von Profilgestaltung über Gesprächseinstieg bis hin zur Selbstreflexion reichen. Die KI räumt ein, dass ihre Formulierungen künstlich wirken. Sie schlägt vor: “Lass Dir Vorschläge machen, aber passe sie an Deinen Stil an.”
Bei Elitepartner ist man skeptisch bezüglich des Einsatzes von KI. Es mag hilfreich sein, sich Anregungen von KI beim Ausfüllen des Profils zu holen, aber Vorsicht ist geboten.
Artikel im Rahmen einer Content-Partnerschaft mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).
KI kann Muster erkennen, aber emotionale Nuancen wie Ironie und Humor werden oft missverstanden. Es wird empfohlen, KI höchstens als Zweitmeinung hinzuzuziehen, da Singles Authentizität und echte Gefühle bei der Partnersuche bevorzugen.
Die menschliche Intuition ist in Beziehungsfragen oft überlegen.
IT-Spezialist Christoph Wagner bewertet die Antworten eines KI-Chatbots kritisch. Trotz Fehlbarkeit der KI hat er sich wieder mit seiner Ex-Freundin versöhnt, ganz ohne KI.
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