Das Landgericht München I verhängte eine fünfeinhalbjährige Haftstrafe gegen Dominik S. (38). Er hatte Frauen auf Tinder getroffen und um 185.000 Euro betrogen.
München – Richterin Susanne Blaschke prangerte seine kriminelle Energie an: Jetzt verurteilte sie Dominik S. (38) zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft. Er hatte zwei Frauen in München um 185.000 Euro betrogen, nachdem er sie beim Online-Dating auf Tinder kennengelernt hatte. Ihnen versprach S., ihr Geld zu verdoppeln – jedoch sahen sie nach den vermeintlichen Investitionen nie wieder etwas davon.
Dominik S. (38) gestand den Liebesbetrug vor Gericht ein.
Richterin kritisiert im Prozess gegen den Tinder-Betrüger: “Die Frauen haben es Ihnen leicht gemacht.”
“Alles war geplant – und leider hat es gut funktioniert”, sagte die Richterin. “Die Frauen haben es Ihnen leicht gemacht. Aber Sie haben auch ihre Naivität ausgenutzt.” Denn keine der beiden Geschädigten stellte Fragen zum Leben von Dominik S. Sie gab sich als reicher Unternehmer aus, obwohl er tatsächlich aus dem Gefängnis geflohen war. Und zog jeweils nach dem Kennenlernen bei den Frauen ein.
In den letzten 15 Jahren verbrachte Dominik S. elf Jahre im Gefängnis.
Vor Gericht stellte sich heraus, dass der Tinder-Betrüger in den letzten 15 Jahren mehr als elf Jahre im Gefängnis verbracht hatte. Er hatte bundesweit betrogen und wurde in Darmstadt, Hamburg, Paderborn, Mühldorf am Inn und nun in München verurteilt.
Geschädigte Frauen haben kaum Chancen, ihr Geld zurückzubekommen.
Es stellte sich heraus, dass Dominik S. mittlerweile rund eine Million Euro Schulden angehäuft hatte. Es besteht kaum eine Chance für die beiden Opfer des aktuellen Betrugsfalls, ihr Geld zurückzuerhalten. Nur bei einer Entschuldigte sich S. im Prozess: Sie hatte ihn gedrängt, ihren Job zu kündigen und mit ihm eine GmbH zu gründen. Dafür zahlte sie ihm 45.000 Euro.
Der erste Frau betrog der Betrüger um 140.000 Euro. Mit der Aussicht auf einen großen Gewinn. Weil Susanne P. (30, Name geändert) zwischenzeitlich ihre Miete nicht zahlen konnte, gab Dominik S. ihr 10.000 Euro zurück. Ob er im Prozess tatsächlich ein Schuldeingeständnis unterschrieben hat, blieb gestern offen.
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