Während der Olympischen Spiele in Paris wird die Dating-App Grindr im Olympischen Dorf blockiert, um die Athleten zu schützen.
Paris – Die Olympischen Spiele sind nicht nur ein Ort des sportlichen Wettbewerbs, sondern auch des sozialen Miteinanders. Im Norden von Paris, wo sich in diesem Jahr das Olympische Dorf befindet, treffen Athleten aus aller Welt aufeinander. Während Dating-Apps wie Tinder, Hinge und Bumble weiterhin beliebt sind, bleibt Grindr, eine Plattform, die sich vor allem an die LGBTQ+-Community richtet, gesperrt. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf ein Ereignis während der Spiele 2016 in Rio de Janeiro, bei dem ein Artikel unabsichtlich mehrere Athleten geoutet hat.
Schutz vor unfreiwilligem Outing bei den Olympischen Spielen in Paris
Die Sperrung von Grindr ist eine direkte Reaktion auf die Vorfälle von 2016, als die Nutzung der App zu ungewollten Outings führte. Ein Artikel des The Daily Beast enthüllte damals zu viele Details über Profile einiger Athleten, die aus Ländern kommen, in denen Homosexualität verboten oder tabuisiert ist. Die daraus resultierenden Risiken für die Betroffenen sind enorm. Um solche Gefahren zu vermeiden, wurde die Geolokalisierung der App im Olympischen Dorf deaktiviert.
Diese Maßnahme dient dem Schutz der Athleten, insbesondere derjenigen aus Ländern, in denen die LGBTQ+-Community starken Repressionen ausgesetzt ist. Durch die Deaktivierung der App soll verhindert werden, dass Athleten gegen ihren Willen geoutet werden und dadurch möglicherweise in ihren Heimatländern Verfolgung ausgesetzt sind.
Während Grindr speziell blockiert wird, bleiben andere Dating-Apps weiterhin zugänglich. Dies zeigt, dass es sich hier nicht um eine diskriminierende Maßnahme gegen die LGBTQ+-Community handelt, sondern um eine gezielte Aktion zum Schutz der Privatsphäre und Sicherheit der Athleten.
Andere Dating-Apps bleiben bei den Olympischen Spielen zugänglich
Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2024 betonen die Bedeutung von Sicherheit und Privatsphäre. Sie sind sich der besonderen Verantwortung, die sie für alle Teilnehmer tragen, bewusst und ergreifen die notwendigen Maßnahmen, um diese zu gewährleisten.
Übrigens bleibt Tinder hinter den Erwartungen zurück, was die Nutzung im Olympischen Dorf betrifft. Die US-Ruderin Emily Delleman berichtete auf TikTok, dass sie sich nach langer Zeit wieder bei der Dating-App angemeldet hatte, um andere Sportler kennenzulernen. Doch sie wurde enttäuscht: „Ich sehe keine Olympia-Sportler.“ (smr)
