Heute ist Valentinstag und für viele Menschen ist Dating eng mit gemeinsamem Essen verbunden. Jedoch kann dies für Personen mit Zöliakie, Laktoseintoleranz, Glutenunverträglichkeit, Histaminintoleranz oder anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten belastend sein, sagt Sara Müller, die Veranstalterin des neuen Datingformats “Singles mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten”.
Ängste und der Druck der Erklärung beim Dating sind keine Seltenheit. Müller litt selbst 15 Jahre lang unter Panikattacken, ausgelöst hauptsächlich durch Histamin und Gluten. Heute schreibt sie Bücher und bietet Coachings zu Unverträglichkeiten und deren Auswirkungen im Alltag an. Nahrungsmittelunverträglichkeiten beeinflussen das gesamte Leben weit über das Essen hinaus. Häufig stehen Unsicherheit, Erklärungsdruck oder gesundheitliche Beschwerden dem Kennenlernen im Wege. Ob doppelte Menüplanung, Urlaube oder Restaurantbesuche – vieles kann Stress statt Freude bereiten.
In ihren Coaching-Gesprächen tauchte immer wieder das Thema Dating auf. Viele Betroffene fragen sich: “Wie erkläre ich das? Wie gehe ich damit um? Wird es akzeptiert?” Aus diesen Erfahrungen entstand die Idee eines Speeddatings speziell für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Gegenseitiges Verständnis ist dabei entscheidend: Niemand muss erklären, warum schon kleinste Spuren von Gluten problematisch sind oder weshalb Spontaneität beim Essen schwierig ist.
Die Veranstaltungen starten Anfang März im Gesundheitszentrum Zürich und richten sich an Singles mit Zöliakie, Glutensensibilität, Laktose-, Fruktose- oder Histaminintoleranz. Die Dates sind nach Altersgruppen unterteilt: 25-34, 35-44 und 45-65 Jahre. Zudem gibt es eine Aufteilung nach Unverträglichkeiten: Die ersten Termine sind für Singles mit Laktoseintoleranz bestimmt, darauf folgen Treffen für Zöliakie und Fruktoseintoleranz. Die letzte Veranstaltung im März richtet sich an Singles mit Histaminintoleranz.
Ein Ticket kostet 55 Franken und beinhaltet Snacks und Getränke. Ein Nachweis der Unverträglichkeit ist nicht erforderlich: “Wir vertrauen auf deine ehrliche Angabe”, erklärt die Veranstalterin. Es scheint, als hätten viele Personen bereits auf ein solches Event gewartet. Das Interesse ist erstaunlich groß, besonders in den jüngeren und mittleren Altersgruppen.
Im Mittelpunkt steht die Partnersuche und im besten Fall das Finden der großen Liebe. Gleichzeitig soll der Event ein Zeichen für mehr Inklusion im sozialen und gesellschaftlichen Leben setzen. “Mein Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich niemand rechtfertigen muss – sondern einfach Mensch sein kann und vielleicht die große Liebe findet”, sagt Müller.
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