Startseite Deutschland „Überrollt“: Psychologe warnt vor Dating-Trend „Floodlighting“ Von: Sophia Sichtermann Viele Menschen erleben beim Dating ein spezielles Verhalten. Ein Psychologe gibt Ratschläge dazu, wie man klare Grenzen setzt – und wann man aufmerksam sein sollte. Berlin – „Was genau machst du beruflich – und wie heißt dein Hund nochmal?“ Beim ersten Date tasten sich die meisten Menschen langsam an ihr Gegenüber heran. Sie sind oft überrascht, wenn die andere Person schon beim ersten Treffen sehr persönliche Details preisgibt. Manchmal geschieht dies im Gespräch. Das sogenannte „Floodlighting“ (dt. Flutlicht) geht sehr schnell auf eine tiefe Ebene über – und wirkt für manche wie eine Manipulationstechnik. Wenn eine Person in den ersten Stunden des Kennenlernens über private Kindheitserlebnisse, die Scheidung der Eltern oder traumatische Erfahrungen spricht und dabei die Reaktion des Dates genau beobachtet, handelt es sich um das Phänomen des „Floodlighting“. Dabei geschieht dies mit dem Ziel, Nähe zu erzeugen oder Kontrolle zu behalten. Die Tiefe der Themen steht dabei nicht im Verhältnis zur aktuellen Beziehungsebene und fühlt sich für den Empfänger wie ein großer Schritt an, anstatt einer organisch entstandenen Nähe. Psychologe: „Floodlighting“ entsteht aus Unsicherheit. Wenden Menschen diese Strategie bewusst an? Laut dem Psychologen entsteht „Floodlighting“ fast nie aus Manipulation, sondern aus Sehnsucht, Unsicherheit, Bindungsmustern oder dem Gefühl des Nicht-Gesehen-Werdens in der Vergangenheit. Viele Menschen möchten auf diese Weise Nähe beschleunigen oder Ablehnung vorbeugen, nach dem Motto: „Wenn ich von Anfang an alles zeige, gibt es später keine Überraschungen“. Oft geht es auch darum, die Kontrolle zu behalten und Nähe zu steuern, anstatt sie organisch wachsen zu lassen. Allerdings kann dies für das Gegenüber belastend sein. Menschen können sich in solchen Situationen „überrollt“ fühlen. Wenn die Offenheit nicht zur aktuellen Beziehungsebene passt, sollte man aufmerksam werden. Wenn jemand beim ersten Treffen bereits über tiefe Traumata spricht, kann das Überforderung auslösen. Betroffene fühlen oft Enge im Brustkorb, Druck im Magen und das Bedürfnis nach innerer Distanz – der Körper signalisiert die Grenze meist zuerst. Diese Grenzen sollten klar kommuniziert werden, ohne Rechtfertigung. Ein einfaches „Ich benötige einen Moment für mich“ oder „Ich bin vielleicht nicht die richtige Person für diese Gespräche“ ist völlig legitim. Nicht ausgesprochene Grenzen führen oft zu emotionalem Rückzug oder verborgenem Ärger. „Floodlighting“ wird auch von Narzissten genutzt. Selbst wenn man merkt, dass man zu früh zu viel von sich preisgibt, kann man dagegensteuern. Es gibt klare Anzeichen, wie zum Beispiel das Erkennen, dass man länger gesprochen hat als geplant. In solchen Momenten kann es hilfreich sein, eine Pause einzulegen und wieder Fragen an das Gegenüber zu stellen, um die Balance herzustellen. Floodlighting kann auch bei narzisstischen Persönlichkeitsmustern auftreten, ist jedoch kein ausschließlich narzisstisches Verhalten. Personen mit narzisstischen Neigungen nutzen übermäßige Offenheit oft strategisch, um Aufmerksamkeit zu bekommen, sich besonders zu zeigen oder Mitleid oder Anerkennung zu erlangen. Auch bei Menschen mit ängstlich-ambivalentem Bindungsmuster oder „People Pleasern“ kann Floodlighting beobachtet werden. Durch radikale Offenheit versuchen sie einen schnelleren Weg zu Nähe zu finden. (Quellen: Eigene Recherche)
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