Romantische und intime Beziehungen sind oft ein wichtiger sozialer Halt. Das Fehlen davon ist für viele mit Einsamkeit, Ängsten, depressiven Stimmungen und reduziertem Wohlbefinden verbunden», erklärt Co-Autorin Laura Wesseldijk vom Frankfurter MPIEA.
Ein Forschungsteam, das auch Wissenschaftler aus den Niederlanden und Australien umfasste, analysierte Daten von über 400.000 Briten und Britinnen im Alter von 39 bis 73 Jahren. Etwa ein Prozent von ihnen gab an, noch nie Intimität erlebt zu haben.
Was haben Personen ohne Intimität gemeinsam?
«Diese Gruppe war im Durchschnitt besser gebildet, aber auch einsamer, nervöser und unglücklicher als jene mit intimer Erfahrung», fasst das Institut zusammen. Die Forscher fanden ebenfalls heraus, dass Intimitätslosigkeit häufiger in Gebieten mit größerer Einkommensungleichheit auftrat.
Vor allem bei Männern spielten auch physische Merkmale eine Rolle: Männer, die noch nie Intimität erlebt hatten, waren häufig körperlich schwächer. Zudem lebten sie tendenziell in Regionen mit weniger Frauen.
Genetische Faktoren spielen eine Rolle
Circa 15 Prozent der Unterschiede in lebenslanger Intimitätslosigkeit konnten durch genetische Faktoren erklärt werden. «Besonders auffällig ist die Überschneidung mit genetischen Faktoren, die mit Intelligenz, Bildung und neurologischen Entwicklungsstörungen wie Autismus zusammenhängen», erklärt Co-Autor Abdel Abdellaoui von der Universität Amsterdam.
Die Studie zeigt außerdem, dass Personen, die noch nie Intimität erlebt haben, seltener Alkohol und Drogen konsumierten und in jungen Jahren häufiger eine Brille trugen. «Hier erkennen wir eine Gruppe von Personen, die tendenziell sozial eher zurückgezogen leben und daher öfter Schwierigkeiten haben, einen Partner zu finden», kommentiert Co-Autor Brendan Zietsch von der australischen University of Queensland.
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